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Religionen

Wo der Teufel herkommt

Gibt es biblische Erklärungen des Bösen und was bedeuten allfällige Erkenntnisse für heute? Der Kirchenbote fragte Pfarrerin Monika E. Götte aus Stäfa. Sie schrieb ihre Doktorarbeit zu «Von den Wächtern zu Adam — Frühjüdische Mythen über die Ursprünge des Bösen und ihre frühchristliche Rezeption».

Als Pfarrerin begegnet mir die Frage nach dem Bösen häufig und es ist ja auch eine ernstzunehmende Frage, denn das Böse ist eine Lebensrealität. Warum? 

«Noch lange Zeit wurden Dämonen im Judentum und im Christentum auf die Wächterengel zurückgeführt.»

Über vier Jahre habe ich mich mit Texten aus Juden- und Christentum beschäftigt, welche die Frage nach dem Bösen thematisieren. Manche Texte kennen wir aus der Bibel, viele sind aber ebenso alt, jedoch nicht «biblisch geworden», oder nicht bei uns, dafür bei den äthiopischen Christen, wie das erste Henochbuch. Dieses erzählt beispielsweise von Wächterengeln, die auf die Erde kamen, weil sie die schönen Menschenfrauen sahen.

Riesen stürzten Welt in Unheil
Deren Nachkommen, Riesen, stürzen die Welt in Unheil und werden durch die Flut vernichtet. Da ihre Väter jedoch Engel waren, überleben sie als Geister, die fortan Dämonen genannt werden und Menschen zum Bösen bewegen. Noch lange Zeit wurden Dämonen im Judentum und im Christentum auf die Wächterengel zurückgeführt. 

Der Fürst der Dämonen
Ein anderer Mythos, der viel berühmter geworden, doch später entstanden ist, handelt vom Teufel. Im Alten Testament finden wir diese Figur nur an wenigen Stellen und sie ist dort nicht besonders wichtig. Im Neuen Testament begegnet der Diabolos oder Satan als Versucher und Fürst der Dämonen, als Feind Jesu und der Glaubenden. Dass der Teufel schon im Garten Eden war und Adam und Eva ins Verderben stürzte, davon lesen wir in der Erzählung vom sogenannten «Sündenfall» in Gen 3 noch nichts.

Der verstossene Engel
Erst über verschiedene frühjüdische Schriften (ab dem ersten Jahrhundert vor Christus) und dann vor allem im frühen Christentum entwickelt sich die Vorstellung, dass es der Teufel gewesen sei, der sich als Schlange ausgab und Eva zum Essen vom Baum der Erkenntnis brachte. Hinzu kommt die Vorstellung, dass er sich an den Menschen rächen wollte, weil er, der Teufel, ehemals ein Engel, aus dem Himmel verstossen wurde, als er Adam nicht anbeten wollte. 

Keine eindeutige Antwort
Die Zusammenhänge sind freilich kompliziert und auch nicht immer ganz klar. Grundsätzlich konnte ich aber in all diesen Studien etwas feststellen, was Sie auch feststellen
können, wenn Sie die Bibel auf die Frage nach dem Bösen hin lesen: Die Bibel liefert keine eindeutige Antwort. Da sind viele Bilder, die auch Ausdruck von Erfahrungen sind: Dämonen, Teufel … wie auch immer man es nennt, sie drücken aus, dass Böses Realität ist. 

Und Jesus gibt auch keine Antwort
Auch Jesus beantwortet die Frage nach dem Bösen auf der Welt nicht. Vielmehr erleidet er, wie wir, das Böse. Und vor allem verkündigt er, dass das Böse von Gott überwunden wird. Die Verkündigung des Neuen Testaments insbesondere verharrt also nicht bei der Frage nach dem «Warum», sondern stellt uns Jesus zur Seite, der mit uns das Böse erleidet und es zugleich, durch seinen Tod und seine Auferstehung, überwindet. 

Leserbriefe zum Thema 

Text: Monika E. Götte  – Kirchenbote SG, Februar 2018

 


Öffentlichkeitsarbeit in der Kirchgemeinde

Offentlichkeitsarbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Mit Tipps und Inputs von Fachleuten geht es am Samstag, den 10. März zur Sache.

An diesem Vormittag erfahren Interessierte und Zuständige aus den Kirchgemeinden, worauf sich achten müssen und wie die Kommunikation der Kirchgemeinde verbessert werden kann. Es gibt Workshops zu: 1. Homepages 2. Schreibwerkstatt 3. Kontakt Medien 4. Social Media. Anmeldung bis 2. März an info@ref-arai oder Tel. 071 340 04 55 Beginn 09.00 Uhr, Ende mit Apéro ab 12.30 Uhr Ort: Ref. Kirchgemeindehaus Herisau!

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Humor ist  | Artikel

Von der mittlerweile preisgekrönten Web-Serie "Hilfe, meine Frau ist Pfarrerin" sind gegenwärtig 11 Episoden aufgeschaltet. Die leicht absurden Geschichten über biblisch-christliche Lebensbetrachtung zeigen mit Augenzwickern auf, wohin gewisse Auslegungen in der Lebenspraxis führen können. Keine tiefschürfende theologischen Auseinandersetzung jedoch in zeitgemässer Form Inputs zu Glaubensfragen, die der/dem Einen oder Anderen vielleicht auch schon durch den Kopf gegangen sind. Die Art des Humors ist nicht jedermanns Sache - einfach mal reinschauen und sich eine eigene Meinung bilden. Viel Spass!